Beiträge an Investitionsvorhaben von Altersheim und Schule –
Ausrichtung
einer Weihnachtsgratifikation
Vésztö (www.veszto.hu)
liegt im Südosten Ungarns, ca. 25 km von der rumänischen Grenze,
abseits der Hauptverkehrsadern und anderer wirtschaftlich relevanter
Infrastrukturen und
kämpft gegen die Probleme der Armut.
Im Juli
2001 wurde der Ort mit 10'000
Einwohnerinnen und Einwohner zur Stadt erhoben. 2011 beträgt die
Gesamtbevölkerung
etwa 7'200.
In der Gegend gibt es keine Industrie und die Landwirtschaft ist in
den Händen von
Grossbetrieben, die durch den Einsatz von Maschinen auf jenen von
Menschen verzichten
können. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage der
gegenwärtigen Krise und der
relativen Abgeschiedenheit des Ortes, gibt es eine starke
Abwanderung und eine
Arbeitslosenquote zwischen 28 und 30 Prozent.
Trotz dieser Schwierigkeiten sieht das Städtchen gepflegt aus.
Die Tätigkeit der Helvetia-Hungaria
Seit 1995 unterstützt die Helvetia-Hungaria, Sektion Zürich, dank
Finanz- und
Sachzuwendungen von Privaten, Firmen, Gemeinden und Kirchgemeinden
die reformierte
Kirchgemeinde in Vésztö für den Aufbau und die Erweiterung sowie für
den Betrieb von
Schule und Altersheim, seit 2006 auch für die Grundinfrastruktur
eines Sport- und
Sommerlagers. Altersheim und Schule sind in einer Stiftung
zusammengefasst. Während
das Altersheim pro Bewohnerin oder Bewohner eine staatliche
Zuwendung erhält, erfüllt die
Schule einen öffentlichen Auftrag und wird mit Betriebsmitteln
subventioniert. Allerdings nicht
für Fächer wie Musik, Tanz, Handarbeit, um welche die Stiftung den
Normal-Lernplan
erweitert hat. Der Betrieb des Altersheims wird aus 80% der
Rentenbezüge der Alten, aus
den erwähnten Staatsbeiträgen und aus kirchlichen Mitteln
finanziert.
Die Hilfe der Helvetia-Hungaria konzentriert sich deshalb auf
Investitionen (Aus- und
Umbauten, neue bauliche Elemente, Ausrüstungen), auf Sachzuwendungen
(Organisation
von Hilfstransporten mit gebrauchten Möbeln, Geräten und Kleidern)
und die Ausrichtung
einer Weihnachtsgratifikation für das gesamte Personal verbunden mit
einem einfachen
Weihnachtsessen.
Anfänge
Den Auf- und Ausbau von Altersheim und Schule hat die Helvetia-Hungaria
seit 1995, im
Verein mit Heks, G2W und holländischen Spendern unterstützt. Dies
ist vorwiegend dem
grossen persönlichen Einsatz unseres langjährigen Vizepräsidenten
Dr. Hans Oester und
unseren Mitgliedern zu verdanken.
Eingang
zum Altersheim (links im Vordergrund das Büro anschliessend daran
Zimmer für die Alten,
rechts das alte Pfarrhaus mit Gemeinschaftsräumen und
anschliessender Pflegeabteilung sowie
Office mit Café-Küche).
Das initiative Pfarrerehepaar Juhász hat kurz nach der Wende mit der
Kirchenpflege und
freiwilligen Mitarbeiterinnen in dem alten leer stehenden Pfarrhaus
ein Altersheim
eingerichtet, das heute – nach verschiedenen Ausbauten und
Erweiterungen – 45
Pensionäre aufnimmt und über eine Pflegestation verfügt. Die letzte
Erweiterung betraf 2003
den Ausbau des Dachstockes mit 11 neuen Plätzen und die Einrichtung
einer Nähstube,
2006 wurden für Angehörige der Alten Gästezimmer eingerichtet. 2011
bestreiten den Alltag
16 ausgebildete Pflegerinnen, 6 Personen arbeiten in Küche und
Hauswartung, 2 Personen
sind für den Unterhalt und die Reinigung zuständig, während das
Administrative und die
Buchhaltung von 3 Personen besorgt wird.
Als sich die Möglichkeit der Rückgabe der verstaatlichten,
kirchlichen Schulen abzeichnete,
meldete die reformierte Kirchgemeinde die Rechte auf ihre einstige
reformierte Volksschule
an. 1997 konnte der Betrieb mit 50 Schülern aufgenommen werden.
Heute umfasst er 265
Schülerinnen im Alter von 6 bis 14 Jahren in 13 Klassen. 20-25% der
Kinder sind röm-kath. oder Baptisten. Die übrigen sind reformiert, darunter auch etwa 30
Zigeunerkinder. Etwa
65% der Kinder setzen ihre Schulbildung nach Abschluss der
obligatorischen Schulzeit im
Gymnasium oder einer Fachschule fort (Internate), etwa 28% werden
teils nur
vorübergehend arbeitslos. Die übrigen finden in der Umgebung Arbeit.
An der Schule sind 23 Lehrkräfte und 5 Personen in Küche und
Hauswartung tätig.
An folgende Vorhaben hat die Helvetia-Hungaria Beiträge geleistet:
2001 Vitrinenschränke für die Physik- und Chemiezimmer.
Weihnachtsessen und
Weihnachtsgratifikation
2002 Hilfstransport Kinderkleider, Druck Schulprospekt,
Weihnachtsessen und
Weihnachtsgratifikation
2003 Zwei Transporte mit Schulmöbeln, Grosswandtafeln,
Beleuchtungskörpern und vielem
mehr (aus Renovationen von Schweizer Schulhäusern). Die Geldspenden
von etwa Fr.
18'000 hat die Schule als Eigenleistung für den Bau ergänzender
Schulräumlichkeiten
eingebracht, um damit die Restfinanzierung durch den Staat
auszulösen. Weihnachtsessen
und Weihnachtsgratifikation
2004 Weihnachtsessen und Weihnachtsgratifikation.
2005
Kleines Sprachlabor für 16 Schülerinnen und Schüler, Weihnachtsessen
und Weihnachtsgratifikation

2006
Sport- und Ferienlager, Weihnachtsessen und Weihnachtsgratifikation

2007
Sport- und Ferienlager mit Schwimmbad, wo die
Schulkinder Schwimmen lernen), Trockenlegung und
Asphaltierung Pausenplatz, Weihnachtsessen und
Weihnachtsgratifikation

2008
Csángó-Gäste an Sommerlager, Ausbau Sport-und
Ferienlager, Weihnachtsessen und Weihnachtsgratifikation

2009
Renovation von 2 Klassenzimmern, neue
Fussböden, Weihnachtsessen und Weihnachtsgratifikation

2010
Interaktive Lernmethode für zwei Schulzimmer.
Hilfstransport mit Kleidern sowie verschiedenen Materialien (Bett-
und Frottierwäsche,
Pflegematerial, Rollstühle, Gehhilfen, etc.) aus den Bieler Alters-
und/oder Pflegeheimen
Schlössli, Ried und Schüss). Weihnachtsessen und
Weihnachtsgratifikation.
Vorhaben 2011: finanzieller Beitrag an die Installation von zwei
Warmhalteofen und für die
Anschaffung des passenden Essgeschirrs
Perspektiven
Durch den Nationalpark Körös Maros (Bekannt für Vogelbeobachtung,
Angeln und seltene
Pflanzen, aber auch einige Ausgrabungen aus der Arpadenzeit)
entwickelt sich in Vésztö
und Umgebung allmählich ein sanfter Tourismus.
In diese Entwicklung lässt sich auch die Erweiterung der
Infrastrukturen für die Sport- und
Sommerlager sehen. Insbesondere steht das Lagerhaus mit seinen ca.
24 Schlafplätzen
auch Schulklassen für Schulreisen zur Verfügung.
Altersheim und Schulbetrieb müssen sich fortlaufend neuen
Anforderungen anpassen. Dazu
gehören insbesondere auch obligatorische Weiterbildungen.
Ein schon bestehender Mahlzeitendienst soll qualitativ verbessert
und ausgebaut werden.
Weitere Vorhaben sind die Errichtung eines Archivs und der Ausbau
der Seelsorge.
Aktuell
Unsere diesjährige Sammlung gilt zwei Öfen mit entsprechendem
Geschirr für das
Warmhalten oder Erwärmen der Mahlzeiten, die sowohl für die Schule
als auch für das
Altersheim von einem örtlichen Restaurant geliefert werden. Durch
die Auslagerung der
Küche können hohe Investitionskosten vermieden werden, weil die
Hygienevorschriften für
eine selbst betriebene Küche Umbauten und Einbauten verlangen
würden.

ein Blick in die Küche im Sommer 2011. Das Essen wird in die Teller
eingefüllt und an die
Esstische oder die Zimmer verteilt. Dabei kühlt es sich merklich ab.
In die hier sichtbare Durchreiche
soll einer der Warmhalteofen eingebaut werden
Gerne nehmen wir auch Pflegematerial (insbesondere gegen Dekubitus)
entgegen.
Helfen Sie mit!
Für Spenden auf Konto ZKB 1137-0223.493 Gesellschaft Helvetia-Hungaria
sind wir sehr
dankbar.
Bericht von Dr. Hans Oester, a. Nationalrat