Das Projekt Csango

Hilfsprojekt der Gesellschaft Helvetia-Hungaria, Sektion Zürich,
zur Unterstützung der ärztlichen Betreuung 
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Geschichte und Geographie

In der Resolution des Parlaments des Europarates von 25. April 2005 werden die „Csangos“ (rum: ceangai) als eine inhomogene, römisch katholische Volksgruppe ungarischen Ursprungs bezeichnet. Aufgrund ihrer ausgeprägten Eigenart, ihrer Sprache, Kultur, Volkskunst und ihren uralten Traditionen, wurde beschlossen, diese Volksgruppe als gefährdete Minorität von europäischem Interesse einzustufen. Gefasst wurde dieser Beschluss nicht zuletzt auch aus sicherheitspolitischen Gründen. Die Csangos leben im rumänischen Komitat Bákó (rum: Bacau), im Seret (Szeret)-Tal zwischen dem Grenzfluss Prut und den Karpaten. Der rumänische Staatschef Traian Basescu hat sich für die gewaltsame Assimilation der Csango-Ungarn zur Zeit des Kommunismus am 18.12.2006 im Parlament entschuldigt.

Im ethnischen Schmelztiegel der Moldau haben die Csangos – im orthodoxen Umfeld und trotz massivem Assimilationsdruck – seit dem frühen Mittelalter überlebt. Gemäss päpstlichem Brief von 14. November 1234 haben sie im Bistum Cumaniae schon damals in allen Schichten der Bevölkerung einen wesentlichen Anteil gebildet. Nach ihrer Gründung im Jahre 1324 wurde die Vojevodschaft Ungro-Vlachia Feudaluntertan des ungarischen Königs. Der Zuzug von Széklern aus Siebenbürgen im Jahr 1764 (Mádéfalvi veszedelem) bedeutete einen wesentliche Stärkung der Volkgruppe nach der Türkenzeit. Heute sind sie ein Volk von etwa ca. 250’000 Menschen, von denen schätzungsweise 60’000 noch ungarisch sprechen. Bis zur Herrschaft von Ceausescu waren 50 ungarische Schulen in Betrieb. Nach 1965 wurden sie aber eine nach der anderen geschlossen. Eine traurige Rolle spielte seit jeher die hier aktiv missionierende katholische Kirche; schon zur Zeit des rumänischen Königreichs hat sie die Rumänisierung der Bevölkerung vorangetrieben. Der Gebrauch der ungarischen Sprache in den Kirchen der Csango-Dörfer ist bis heute verboten, obwohl sie über einen grossen Schatz wertvoller Kirchenlieder verfügt.

Der Verband der Tschango-Ungarn (ungar: Moldvai Csángómagyaok Szövetsége MCSMSZ)  ist ihre Interessenvertretung in der Moldau. Sie unterstützt die Csango-Bevölkerung in allen Belangen.

Projektbeschreibung

Freiwillige ungarische Ärzte des Internationalen Kinder-Rettungsdienstes – Dr. Beatrix Pálmafy, Dr. Melinda Darvas - Kinderärztinnen, der Orthopäde Dr. Ferenc Marlok, Dr. Beatrix Udvarhelyi - Hals-, Nasen- und Ohrenärztin, die Audiologin Dr. Magdolna Szalai und andere – untersuchen periodisch Tschango-Kinder aber auch Erwachsene aus dem Komitat Bákó (rum. Bacau). Aufgrund der Diagnosen wird unter der Leitung von Maria Solomon (Vorstandsmitglied McsMsz, Abteilung „Soziales“), gemäss Behandlungsanordnungen der Ärztegruppe, die Betreuung der Patienten durch MCSMSZ übernommen. Präventivuntersuchungen, so z. B. Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte, aber auch Seh- und Hörtests und hygienische Körperpflege führt sie aber auch in eigener Regie durch. Bei Bedarf organisiert sie ausserdem länger andauernde ärztlichen Behandlungen in Spitälern ausserhalb der Region, oder operative Eingriffe inklusive Nachbehandlung.

Unser finanzieller Beitrag ermöglicht die Beschaffung von Medikamenten, Testgeräten, die Deckung von Reiseaufwendungen der Gruppe, von Transportkosten zur Behandlung der Kranken sowie von anderen anfallenden Spesen, Unterbringungskosten und Spesen der Verköstigung. Der Beitrag von ca. CHF 2'000.-- wird zweimal pro Jahr ausgerichtet und aufgrund einer detaillierten Liste der Ausgaben kontrolliert. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv.